Outlast

Seit Ich Bilder und Videos zu dem Spiel sah, wollte ich es zocken.

Schon früh war klar, dass man nicht mit blitzenden Kanonen, mit keiner Armee hinter einem einmarschiert und den Tag rettet. Nur ein Mann, eine Kamera und die Suche nach der Wahrheit.

Mount Massive Asylum … Hier war die Hölle, geschaffen von Menschenhand. Arme, geschundene Seelen wurden hier seelisch gefoltert, um im Namen der „Wissenschaft“ profitbringende Projekte ans Tageslicht zu bringen. Doch wie es so schön heißt, sollte man immer bedacht sein, was man sich wünscht… Es könnte in Erfüllung gehen.

Auftritt Miles Upshur, einem investigativem Reporter, der aufgrund eines anonymen Tips zur Anstalt hoch in die Berge fährt, um sich dort einmal umzusehen. Doch zu spät merkt Miles, dass manche Türen besser verschlossen bleiben sollten.

Was folgt ist eine Jagd durch alle möglichen Winkel der Anstalt, stets auf der Flucht vor dem Wahnsinn, der diese Mauern in vielfältiger Form umgibt. Sind da schon die ausgebrochenen Insassen eine Bedohung, gibt es da noch Chris Walker, einen fettleibigen Ex-Militär, der in einem Anfall von Sicherheitswahn euch sprichwörtlich den Kopf abreißen will.

Und dann ist da noch etwas, eine unsichtbare, lauernde Gefahr, die von den Insassen nur als Walrider bezeichnet wird.

Blutegel im Wasser der Kanalisation

Die Grafik ist für ein Horrorspiel gut gelungen und selbst kleinere Details fallen auf, sieht man mal deutlicher hin. Man sieht sogar Blutegel im blutigen Wasser der Kanalisation schwimmen. Diese Detailtreue lassen das Spiel noch so viel schrecklicher werden. Mord, Verstümmelung, Folter, Nekrophälie…

Dieses Spiel wird einem bei der Hand nehmen und in schönster Art und Weise die Gräuel und Abgründe der menschlichen Seele auftun. Wer braucht schon Monster, wenn er Menschen hat, die bekanntlich die schlimmsten Monster sein können? Die Charaktere in diesem Spiel sind alle… irgendwo kaputt, das kann man nicht beschönigen und man sollte es auch nicht. Es trägt wunderbar zur Atmosphäre bei und die Abartigkeit der Gewalt oder sexueller Themen stacheln nur dazu an, sich noch besser in Miles hineinzuversetzen. Fast schon kann man den Geschmack von Blut und Asche auf der Zunge schmecken, wenn die Anstalt mehr und mehr zerstört bzw erkundet wird. Das Ende ist düster, doch lässt es auf einiges schließen.

Dennoch: Outlast ist eine Aneinanderkettung von Schock-Momenten und Scarejumps, diese jedoch wohlplaziert und gepaart mit einigen Verfolgungsjagden, um den Adrenalinpegel möglichst lang oben zu halten, während man sich an einem Ort aufhält. Wer solche Scarejumps um jeden Preis meiden will, sollte vielleicht einen Bogen um Outlast machen

Denn hier kommt der kleinere Makel des Spiels zu Tage: Orte und Gegner sind gescriptet. Hat man einen Abschnitt hinter sich, hört die Verfolgung meist auf und man kann verschnaufen, muss allerdings mit neuen, gescripteten Gegnern rechnen. Und während Miles im Laufe der Geschichte immer weiter gebeutelt wird und immer schwerer vorankommt, werden die Bedrohungen immer klarer.

Fazit:

Dieses Spiel entbietet Stunden adrenalingepackten Schreckens und dein erster Spieldurchlauf wird dein Bester sein. Ich sah Leute in aufrichtiger Panik und Angst schreien, als sie dieses Spiel spielten. Es wird auf deinen Nerven wie auf einer Teufelsharfe spielen. Dies jedoch am ehesten, wenn man das Spiel noch nie zuvor gespielt hat. Braucht man für den ersten Spieldurchlauf etwa 4 bis 5 Stunden, so braucht man beim zweiten nur noch anderthalb Stunden, da man weiß, was wo zu tun ist. Der Wiederspielwert an sich ist gering, da die Schrecken ihren Charme verlieren und nicht mehr gruseln wie bisher.

Doch bisherige Updates haben dafür gesorgt, dass der Schwierigkeitsgrad enorm angekurbelt werden kann. Das Spiel entbietet keine Herausforderung mehr auf dem schweren Schwierigkeitsgrad? Dann versuche dich auf dem Irrsinns-Schwierigkeitsgrad und schaffe das Spiel in einem Rutsch, denn es gibt nur ein Leben und kein Continue. Stirbst du, so darfst du ganz von vorne anfangen.

Grafik: 9/10 für eine blutgesprenkelte Anstalt und eine beklemmende Atmosphäre durch die Kameralinse.

Gameplay: 7/10 Eine wunderbare Engine sorgt dafür, dass die Feinde auf leiseste Fußtapsen hören und man immer der Frage erliegt, wie sie einen in kompletter Dunkelheit sehen können. Sie können einen nicht sehen, aber dafür hören.  Dennoch, die Action ist zu gescriptet für eine bessere Wertung.

Musik: 9/10 für eine atmosphärische Musikuntermalung. Mal melancholisch im Hauptmenü, mal düster und anspannend, mal hektisch und anstachelnd in Verfolgungsjagden.

Storyline: 9/10 für eine Story, die in sich selbst genommen schon eine Reise durch die Hölle von Mount Massive ist, wird durch den DLC noch einmal angereichert und klärt einige Fragen des Hauptspiels. Wer war die Person, die Miles benachrichtigte und was hat sie für eine Geschichte? Aber auch ohne DLC ist die Story gut, endet mit offenem Ende und lässt auf eine Fortsetzung hoffen.

Whistleblower_promo

Ergibt eine stattliche und angemessene Wertung von 8,5! Und ja… Den DLC namens Whistleblower, der dem Hauptspiel in nichts nachsteht, den gibt es auch noch. Dieser beginnt Stunden bevor Miles überhaupt in der Anstalt eintrifft, doch vergeht im Laufe des DLC (mit Zeitsprüngen aka X Stunden früher/später) so viel Zeit, dass man am Ende etwa zeitgleich endet. Dieser DLC scheint das Hauptspiel in den Punkten Gewalt und Brutalität noch übertrumpfen zu wollen, da die Gegner nun noch grausamer sind als zuvor. Alte Bekannte des Hauptspiels laufen uns über den Weg wie auch neue Bedrohungen. Und diese sind um vieles gestörter als alles, was das Hauptspiel uns je antat. Auch hier steht der Irrsinns-Schwierigkeitsgrad zur Verfügung.

Angst im Dunkeln? Angst vor blutigen Korridoren? Kann der einzig bei Verstand Gebliebene, gejagt von den Schrecken der Anstalt, seinen eigenen Verstand wahren, die Wahrheit rausfinden und entkommen? Oder wird Miles Upshur als blutiger Fleck an der Wand enden wie so viele vor ihm? Meine Meinung? Ein Kauf lohnt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*