Alien: Isolation

**Vorsicht! Beinhaltet den ein oder anderen minderen Spoiler!**

Dies ist nicht gleichzusetzen mit Alien: Colonial Marines.

Alien: Isolation ist Terror pur, ein würdiger Vertreter der Alien Filme und Alien: Colonial Marines ist dagegen geringer als der Staub. Obwohl ich noch nicht weit in der Story bin, wird alleine das Warten auf einen Transit zur Tortur, fürchtet man doch jeden Moment, das Alien würde erscheinen.

Die Anspannung steigt mit jedem Moment, den man in der Sevastapol Station verbringt. Panische und schießwütige Überlebende, die in euch nur eine Bedrohung sehen, Androiden, die nur ihre unangebrachten Sicherheitsbestimmungen kennen und um jeden Preis umsetzen wollen…

…und natürlich unser säurebluthaltiges Lieblingstier auf steter Suche nach dem nächsten Leckerchen.

Wer meint, hier mit Colonial Marines Taktiken rumballern zu können, irrt gewaltig. Sei leise wie eine Maus, lass dich nie von dem Alien sehen und um Himmels Willen lass die Finger vom Abzug!

Jeder Schuss wird dem Alien nur eins mitteilen: Es ist angerichtet!

Glücklicherweise lässt sich die Brut auch ab und an gut ablenken und wird ihre Runden drehen. Für meinen Geschmack sind diese Runden allerdings zu kurz, aber das würde wohl jeder sagen, der in einem Schrank feststeckt und nur noch auf den Motion Tracker schaut, hoffend und betend, ein vernünftiges Zeitfenster zu erwischen und zu entfliehen.

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Nachdem man einige Zeit gegen das Alien seinen Mann bzw. seine Frau steht, wird deutlich, dass diese KI keinesfalls dumm ist, sondern eine Herausforderung an den Verstand. Nie vorhersehbar, immer woanders und stets da, wo man es nicht haben will. Man versucht, Taktiken zu entwickeln, Pläne, wann man sich wie bewegen kann. Dies ist auch bitter nötig, denn nicht jeder Teil der Station strotzt vor Speicherstellen oder Verstecken.

Enge Korridore und Gänge bieten mitunter wenig bis gar keinen Platz, dem Alien auszuweichen, so wird jeder Schritt zur höchsteigenen Mutprobe. Auch der Bewegungstracker wird zum Judas, wenn er dem Alien oder einer anderen Bedrohung mit seinem Gepiepse die eigene Position verrät

Und selbst in Verstecken verliert man HP, wenn man die Luft anhält, weil Mister Säureblut direkt vor einem steht und schnuppert. Keine HP mehr und man ist Alienfutter. Ich selbst bewege mich leise durch die Korridore, verstecke mich wo es nur geht in den Spinden und Schränken der Station, um der außerirdischen Bedrohung zu entgehen. Allzu oft aber erschnüffelt der säurebluthaltige Spürhund mich dann doch.

Besonders prekär wird es, wenn Menschen in die Gleichung mit reinkommen. Ist dieser Punkt auf dem Motion Tracker nun außerirdisch oder menschlich? Und allzuoft hört man dann die entsetzten Schreie, wenn die armen Schweine selbst gefunden werden. Mit Menschen wird man fertig, die schießen allenfalls und machen Lärm, was die Essensglocke für unseren ständigen Begleiter läutet. Daher vermeide ich selbst Kontakt mit menschlicher Bedrohung. Wenn es ruhig bleibt, läutet keine Essensglocke. Wenn keine Essensglocke läutet, ist man sicherer.

Auch fällt auf, dass die Station riesig ist und manche Areale erst später erforscht werden können oder müssen.

Dein letzter Kuss - versprochen

Dein letzter Kuss – versprochen

Der Alptraum geht weiter als man denkt, wieder einmal stellt sich raus (Wie könnte es auch anders sein in der Alien Franchise?) dass der Konzern mal wieder seine Griffel im Spiel hat. Nachdem die Besatzung der Nostromo wohl entbehrlich war, ist wohl auch Sevastapol Station plus Besatzung komplett entbehrlich. Schön zu wissen, wieviel man der Chefetage wert ist… Säcke!

Das Spiel trumpft mit einem Flashback zur Hintergrundgeschichte, wie die Alienbedrohung je auf Sevastopol gelangen konnte, sowie gehörigen Plot-Twists. Wer sich sicher wiegt, wird vom Spiel für einige Zeit in disem Glauben gelassen, nur um sich dann noch unsicherer zu fühlen. Du meinst, du kommst gut klar mit den Androiden? Tja, dann müssen wir das doch mal gleich ändern und machen es spannender.

Den Flammenwerfer, den man im Laufe der Handlung bekommt, erweist sich als Gottesgeschenk gegen die außerirdische Bedrohung. Wenn unser liebes Tierchen einen Meter vor euch von der Decke tropft, ist der Flammenwerfer eure beste Möglichkeit, dem lieben Tierchen klarzumachen, dass es sich verkrümeln soll, damit ihr euch verkrümeln könnt.

Nur lernt man leider viel zu schnell, dass Buthangas nie reicht für den pyromanischen Abzugsfinger. Und was euch im Reaktorraum der Station erwartet, werde ich an dieser Stelle nicht spoilern, aber sagen wir es so: Amanda Ripley steht in ihren Eskapaden mit der Alien Spezies ihrer Mutter in NICHTS nach.

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Fazit:

Das Spiel gönnt einem immer wieder Ruhepausen, indem es einem einfachere Gegner hinhält, was Erfolgserlebnis birgt und den Spieler für die mitunter stressigen und/oder frustrierenden Alien-Abschnitte des Spiels zu entschädigen. Gegen Ende hin jedoch wird die Alienbrut aber zusehends aggressiver und selbst die Spielmusik wird dramatisch und aufreibend, als wolle sie den Spieler bewusst quälen. Wahrlich ein Erlebnis der Superlative. Und auch wenn das Ende offen ist, habe ich den Lichtblick darin als gutes Ende interpretiert. Wer es sieht, wird es, so hoffe ich, ebenso verstehen.

Dieses Spiel wird dich, den Spieler einführen in eine Welt, in der du ganz unten in der Nahrungskette stehst. Es wird dich erschrecken, es wird dich anspannen und mit seiner Detailtreue schlichtweg begeistern.
Grafik und Liebe zum Detail: 10/10 für eine authentische Umgebung in der Mache des ersten Films. Großartig gelungen.

Gameplay: 8/10 für stellenweise frustrierende Stellen, die aber NIE unlösbar sind. Die Stellen, wo man mit dem Alien noch nicht genau umzugehen weiß, sorgen dafür, dass man öfter als Alien-Leckerchen endet als man es vertragen mag. Einfach mal Spiel beiseite, mal drüber schlafen  und am nächsten Abend mit frischen Ideen und frischem Geist nochmal versuchen hat bei mir geklappt. Dennoch ist dieses Alien das Beste, was die Spieleindustrie je auf den Markt warf, wahrlich ein „perfekter Organismus“.

Musik: 10/10 für originalgetreuen, atmosphärischen Soundtrack, der die Nerven noch einmal extra kitzelt. und exzellent zur Atmosphäre beiträgt.

Storyline: 9/10 für eine langsame Steigerung der Bedrohung an Bord einhergehend mit einer immer besser ausgestatteteren Amanda Ripley, nur um die Herausforderung schließlich auf die Spitze zu bringen. Handlung ist OK für ein Horrorspiel und die Erkenntnis der stets neuen Bedrohungen an Bord sorgt dafür, dass der Spieler zwar verschnaufen kann, doch sich nie wirklich sicher fühlt. 10 von 10 gäbe es für ein schöneres Ende, dieses ist mir persönlich etwas ZU offen, auch wenn man es als gut interpretieren kann. Von Carter Burke in Teil 2, Aliens, weiß man, dass Amanda Ripley über 60 wurde, daher ist ein Tod ausgeschlossen.

Kommen wir zusammenfassend auf eine 9.25! Ein wahrer Schmaus für wahre Alien-Fans.

Der DLC Crew Expendable, der das Spiel um eine Mission erweitert, ist meines Erachtens nach mit einer halben bis 3/4 Stunde SEHR kurz geraten und mehr etwas für eingefleischte Fans der Franchise statt eingefleischte Gamer.

Dennoch: Solche Spiele verdienen Lob und ich würde gern weitere DLCs oder gar eine Fortsetzung sehen, beispielsweise den Überlebenskampf der Kolonisten auf LV-426.

Gute Flucht! Und immer dran denken: Wirst du gehört, bist du so gut wie tot. Wirst du gesehen, BIST du tot!

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